Die Periode vor 1990

1990 gab es im Rahmen der Education nationale zweisprachige Klassen mit paritärem Unterricht „ Französisch-Regionalsprache“ in der Bretagne, im Baskenland, ... aber keine im Elsaß.

Im Elsaß beschränkten sich die Verfügungen über den Unterricht der Regionalsprache auf eine halbe Stunde deutsch pro Tag ab den dritten Klassen der Grundschule und sie waren völlig ungenügend, um den Kindern zu ermöglichen, zweisprachig zu werden.

Die Anträge der Eltern für die Eröffnung zweisprachiger paritären Klassen stiessen damals als unveränderlich und unausbleiblich auf die gleichen negativen Antworten seitens der Schulbehörden. In der Tat wurde damals der Begriff selbst von zweisprachigem paritärem Unterricht vom Recteur für „extravagant“ gehalten (vg. Die damalige Aussage des Recteur über dieses Thema in den Neuesten Nachrichten des 5. Oktober 1990).

Die ersten ABCM-Zweisprachigkeit Klassen 

Infolge dieser systematischen Absagen bildeten im Dezember 1990 die Eltern den Verein ABCM Zweisprachigkeit (Verein für die Zweisprachigkeit schon in der Vorschule). Unter ihnen befanden sich Richard WEISS, aus Colmar und Patrick KLEINCLAUS aus Lutterbach. Sie wurden zum Präsidenten und zum Vize-Präsidenten von ABCM gewählt.

Am Schulanfang vom September 1991 eröffnete ABCM auf einer Vereinsbasis ihre ersten zweisprachigen paritären Klassen in Saverne, Lutterbach und Ingersheim. Einige Monate später erfolgten dann die Eröffnungen in Pulversheim und in Mulhouse. Diese Eröffnungen wurden durch Subventionen der Departements Ober-und Unterelsaß sowie von der Region Elsaß ermöglicht.

Die Eröffnungen im Rahmen der Education Nationale

Angesichts dieses Durchbruchs wurden die Schulbehörden allmählich dazu geführt, ihre Anfangsposition zu ändern und zweisprachige Klassen in einigen Städten des Oberelsaß zu eröffnen darunter in Soultz, Guebwiller und auch in Lutterbach.

1994 wurde ein Vertrag zwischen dem Staat einerseits und der Region Elsaß, den Departements Ober-und Unterelsaß andererseits für eine Periode von 1994 bis 1998 unterzeichnet. Dieser Vertrag plante die Entwicklung der paritären Zweisprachigkeit im Rahmen der Education nationale mit Subventionen der Region und der Departements. Im Jahre 2000 wurde dieser Vertrag bis 2006 erneuert und verlängert.

Am 20. Dezember 1994 wurde das rektorale Rundschreiben über die Entwicklung der zweisprachigen paritären Schulen im Elsaß veröffentlicht. Die Verfügungen dieses Rundschreibens bilden einen wichtigen Fortschritt im Vergleich zu allen früheren Verfügungen in diesem Bereich. Schon in der Präambel erwähnt dieses Rundschreiben nicht mehr Experimente im Bereich der Zweisprachigkeit sondern die Entwicklung eines erprobten Modells.

2001 wurde die Sonderprüfung zur Einstellung der Deutschlehrer in den zweisprachigen Schulen gegründet. Diese Sonderprüfung enthält eine schriftliche und eine mündliche Sprache.

Die Entwicklung der Zweisprachigkeit aus einem quantitativen Standpunkt

Um das seit 1991 Erreichte schon zu messen, betrachtet man am besten die statistische Entwicklung der zweisprachigen Klassen seit 1991.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der zweisprachigen paritätischen Klassen sowohl von ABCM, als auch der Education Nationale und den konfessionellen Schulen.

Zahl der zweisprachigen, paritären Klassen von 1991 bis 1998

Im Herbst 1991 waren die 5 ABCM Klassen und die private Klassen von Champagnat in Issenheim die einzigen zweisprachigen paritären Klassen im ganzen Elsaß. Innerhalb von acht Jahren hat die Entwicklungsstrategie des ABCM Vereines eine erhebliche Hebelwirkung auf die Education Nationale gehabt, die im Laufe der Zeit 211 paritätische bilinguale Klassen eröffnet hat.

Seit 1999 gibt es keine Gesamtstatistik mehr über die Zahl der zweisprachigen Klassen. Man kann aber die Entwicklung der paritätischen Zweisprachigkeit im Elsaß ermessen, in dem man sich auf die Zahl der Schüler bezieht, die solche Klassen besuchen.

Die folgende Tabelle zeigt die Zahl der Schüler von 1991 bis 2004 die solche Klassen besuchen.

Diese Zahlen betreffen die Vor-und-Grundschule. Dazu sind noch die Schüler, die die zweisprachigen Collèges besuchen. Für die zweisprachigen Collèges sind die Zahlen die folgenden :

Die Zahl der Schüler, die ein zweisprachiges collège besuchen
Ausserdem besuchen 517 Schüler die ABIBAC Klassen in 8 Gymnasien

Die paritätische Zweisprachigkeit im Moseldepartement

Ausserdem hat ABCM im September 1997 auch zwei paritätische bilinguale Schulen in Sarreguemines im Moseldepartement mit der finanziellen Unterstützung der Stadt Sarreguemines eröffnet.

Es handelt sich um die Blies und die Sonnenblumenschule. Die heutige Lage im Moseldépartement kann mit der Lage im Elsass am Anfang der 90° Jahre verglichen werden. Die Education nationale hat die V.S.M. Schulen (Voie spécifique mosellane) mit einigen Deutschstunden pro Woche entwickelt. Diese Deutschstunden sind aber ungenügend, um den Kindern zu ermöglichen, zweisprachig zu werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der ABCM Schulen in Sarreguemines von September 1997 bis September 2004.